Echter Lavendel
Lavandula angustifolia
Steckbrief
Auch: Common Lavender
Weltweit 23.571 Citizen-Science-Nachweise
Jüngste Sichtungen u. a. 22100 Bobital, France · The Street, Wallingford, England, GB · Egerton Road, Colwyn Bay, Wales, GB
Quelle: iNaturalist / GBIF. Standortdaten gerundet (Datensparsamkeit).
Häufige Fragen zu Echter Lavendel
→Was ist das schaumige, hellbraune Kugelpaket an dem Stängel?
Das ist eine Oothek — ein verhärtetes Schaum-Eipaket der Europäischen Gottesanbeterin (Mantis religiosa). Das Weibchen legt darin im Spätsommer und Herbst mehrere Dutzend bis über hundert Eier ab und schützt sie mit einer isolierenden Schaummasse, die aushärtet und Frost übersteht. Im Frühling schlüpfen daraus die winzigen Larven.
→Welche rot-schwarze Wanze sitzt auf dem Blatt?
Es handelt sich sehr wahrscheinlich um eine Ritterwanze (Lygaeus equestris), erkennbar an der leuchtend roten Grundfarbe mit schwarzem Muster und den hellen Punkten auf den Flügelmembranen. Sie lebt an trockenwarmen Standorten und saugt an Pflanzensäften und Samen. Die Warnfarbe signalisiert Fressfeinden ihre Ungenießbarkeit.
→Kommt die Gottesanbeterin in Norddeutschland vor?
Ja, die Europäische Gottesanbeterin breitet sich seit Jahren mit der Klimaerwärmung nach Norden aus und ist inzwischen bis Niedersachsen und darüber hinaus nachweisbar. Ein Fund einer Oothek im Raum Braunschweig ist daher plausibel. Solche Nachweise sind für die Erfassung der Ausbreitung wertvoll.
→Wann schlüpfen die Larven aus einer Gottesanbeterin-Oothek?
Die im Herbst abgelegte Oothek überwintert und die Larven schlüpfen in der Regel im späten Frühjahr, meist Mai bis Juni, wenn es dauerhaft warm ist. Aus einem Paket können hundert oder mehr winzige Junglarven auf einmal erscheinen. Die Oothek sollte über Winter unbedingt an Ort und Stelle belassen werden.
→Welche Pflanze ist auf dem Bild zu sehen?
Es handelt sich um Rosmarin (Salvia rosmarinus, früher Rosmarinus officinalis), einen immergrünen Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler. Erkennbar an den schmalen, nadelförmigen, ledrigen Blättern mit eingerolltem Rand und dem aromatischen, dichten Wuchs. Rechts im Bild ragen zusätzlich Lavendel-Blütenstände hinein.
→Warum bekommt Rosmarin gelbe Nadeln?
Vereinzelt gelbe oder braune Nadeln entstehen beim Rosmarin meist durch Trockenstress, Nährstoffmangel oder Staunässe. An einem warmen, trockenen Standort wie einem Beet vor der Hauswand ist ein geringer Anteil gelber Nadeln normal; großflächiges Vergilben deutet auf zu viel oder zu wenig Wasser hin.
→Welcher Standort ist für Rosmarin ideal?
Rosmarin bevorzugt einen vollsonnigen, warmen und windgeschützten Standort mit durchlässigem, eher magerem Boden. Eine Südlage vor einer hellen Hauswand ist optimal, da die reflektierte Wärme das mediterrane Kraut begünstigt und Staunässe vermieden werden sollte.
→Ist Rosmarin für Kinder oder Haustiere giftig?
Rosmarin gilt als ungiftiges Küchenkraut und ist in üblichen Mengen unbedenklich. Auch der benachbarte Lavendel ist nicht giftig. In sehr großen Mengen kann ätherisches Rosmarinöl reizend wirken, für den normalen Garten- und Küchengebrauch besteht jedoch keine Gefahr.

