Ritterwanze
Lygaeus equestris
Steckbrief
Auch: Lygaeus equestris / simulans Complex
Weltweit 14.546 Citizen-Science-Nachweise
Jüngste Sichtungen u. a. 23340 Gentioux-Pigerolles, France · 23340 Gentioux-Pigerolles, France · Jobbágyi, 3063 Magyarország
Quelle: iNaturalist / GBIF. Standortdaten gerundet (Datensparsamkeit).
Häufige Fragen zu Ritterwanze
→Was ist das schaumige, hellbraune Kugelpaket an dem Stängel?
Das ist eine Oothek — ein verhärtetes Schaum-Eipaket der Europäischen Gottesanbeterin (Mantis religiosa). Das Weibchen legt darin im Spätsommer und Herbst mehrere Dutzend bis über hundert Eier ab und schützt sie mit einer isolierenden Schaummasse, die aushärtet und Frost übersteht. Im Frühling schlüpfen daraus die winzigen Larven.
→Welche rot-schwarze Wanze sitzt auf dem Blatt?
Es handelt sich sehr wahrscheinlich um eine Ritterwanze (Lygaeus equestris), erkennbar an der leuchtend roten Grundfarbe mit schwarzem Muster und den hellen Punkten auf den Flügelmembranen. Sie lebt an trockenwarmen Standorten und saugt an Pflanzensäften und Samen. Die Warnfarbe signalisiert Fressfeinden ihre Ungenießbarkeit.
→Kommt die Gottesanbeterin in Norddeutschland vor?
Ja, die Europäische Gottesanbeterin breitet sich seit Jahren mit der Klimaerwärmung nach Norden aus und ist inzwischen bis Niedersachsen und darüber hinaus nachweisbar. Ein Fund einer Oothek im Raum Braunschweig ist daher plausibel. Solche Nachweise sind für die Erfassung der Ausbreitung wertvoll.
→Wann schlüpfen die Larven aus einer Gottesanbeterin-Oothek?
Die im Herbst abgelegte Oothek überwintert und die Larven schlüpfen in der Regel im späten Frühjahr, meist Mai bis Juni, wenn es dauerhaft warm ist. Aus einem Paket können hundert oder mehr winzige Junglarven auf einmal erscheinen. Die Oothek sollte über Winter unbedingt an Ort und Stelle belassen werden.

