Säugetiere
9 Beobachtungen
Häufige Fragen
→Ist es gefährlich, eine tote Fledermaus anzufassen?
Ja, man sollte Fledermäuse – auch tote – niemals mit bloßen Händen berühren. Sie können Tollwut in Form von Fledermaus-Lyssaviren übertragen, und schon kleine, unbemerkte Bisse oder Kratzer genügen für eine Infektion. Nutze immer dicke Handschuhe oder eine Schaufel und kontaktiere bei Hautkontakt sofort einen Arzt und das Gesundheitsamt.
→Welche Fledermaus ist das auf den Bildern?
Es handelt sich eindeutig um eine kleine Glattnasen-Fledermaus (Familie Vespertilionidae) mit braunem Fell, dunklen Ohren, kurzem Tragus und dunkler Flughaut. Eine sichere Art-Bestimmung ist am Foto allein nicht möglich; in Frage kommen Arten aus der Gruppe der Mausohren/Bartfledermäuse (Myotis) oder Zwergfledermäuse (Pipistrellus).
→Woran erkennt man eine Fledermaus im Detail?
Kennzeichnend sind die häutigen Flügel (Patagium), die zwischen den stark verlängerten Fingerknochen aufgespannt sind, große bewegliche Ohren mit einem inneren Hautläppchen (Tragus) sowie ein dichtes Fell an Kopf und Rumpf. An der Hinterkante der Schwanzflughaut sitzt der Sporn (Calcar), der bei der Bestimmung hilft.
→Was tun, wenn man eine geschwächte oder tote Fledermaus findet?
Tote Fledermäuse nicht anfassen, sondern mit Handschuhen/Schaufel bergen oder liegen lassen und den lokalen Naturschutz bzw. das Veterinäramt informieren, da Fledermäuse streng geschützt sind. Lebende, geschwächte Tiere gehören in die Hände einer Fledermaus-Pflegestelle; auch dabei niemals mit bloßen Händen greifen.
→Von welchem Tier stammt gedrehte, dunkle Losung mit Beerenkernen im Wald?
Gedrehte, wurstförmige und an einem Ende zugespitzte Losung mit vielen Beerenkernen und -schalen stammt meist von einem Marder (Baum- oder Steinmarder) oder von einem Fuchs. Beide sind Allesfresser und nehmen im Spätsommer große Mengen reifer Wildfrüchte auf. Die verdrehte, oft an Wegen oder erhöhten Stellen abgelegte Form ist typisch für eine Reviermarkierung.
→Warum ist Marder- oder Fuchskot im August voller Beerenreste?
Im Hochsommer reifen im Bergwald Vogelbeere, Brombeere, Heidelbeere und Himbeere. Marder und Füchse decken dann einen großen Teil ihres Nahrungsbedarfs mit Früchten, deren unverdauliche Kerne und Schalen im Kot deutlich sichtbar bleiben. Dadurch wirkt die Losung dunkelrot bis violett und krümelig.
→Ist es gefährlich, Wildtierkot im Wald anzufassen?
Man sollte Wildtierkot grundsätzlich nicht mit bloßen Händen berühren. Fuchs- und Marderkot kann Eier des Fuchsbandwurms sowie andere Parasiten und Keime enthalten, die bei Verschlucken über die Hände in seltenen Fällen Erkrankungen auslösen können. Beobachten aus Distanz und anschließendes Händewaschen sind ausreichend.
→Wie unterscheidet man Marderlosung von Fuchslosung?
Marderlosung ist meist schmaler (etwa 1 cm dick), stark spiralig gedreht und oft auf erhöhten Stellen platziert. Fuchslosung ist häufig etwas dicker, gerade zugespitzt und intensiv riechend. Beide enthalten im Spätsommer viele Beerenreste, weshalb eine sichere Trennung im Feld oft nicht möglich ist.
→Von welchem Tier stammt Kot, der voller Kirsch- oder Zwetschgenkerne steckt?
Kot mit vielen unverdauten Obststeinen stammt im Sommer typischerweise von einem Allesfresser aus der Familie der Raubtiere – meist vom Rotfuchs, seltener von Steinmarder oder Dachs. Diese Tiere fressen im Hoch- und Spätsommer große Mengen Fallobst; die harten Kerne passieren den Darm unverdaut. Die vermeintlichen 'tierischen Reste' sind hier fast sicher Obstkerne, nicht Knochen.
→Ist das Fuchs- oder Steinmarderkot?
Die verdrehte, wurstförmige Form mit zugespitzten Enden und der große Durchmesser sprechen eher für einen Fuchs als für einen Steinmarder. Marderlosung ist meist dünner (etwa fingerdick), stark spiralig gedreht und wird oft an erhöhten Stellen abgelegt. Fuchskot liegt häufig frei und exponiert auf Wegen und Kreuzungen als Reviermarkierung.
→Warum sitzt eine Wespe auf dem Kot?
Wespen suchen auf Kot und Fallobst nach Zucker, Eiweiß und Mineralstoffen. Der obstreiche Raubtierkot ist im Hochsommer eine leicht zugängliche Nahrungsquelle. Solches Verhalten ist völlig normal und ein Zeichen für die intensive Insektenaktivität an warmen Sommertagen.
→Ist Fuchskot gefährlich für den Menschen?
Fuchskot kann Eier des Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis) enthalten, die bei Aufnahme in den Mund gefährlich werden können. Ein bloßes Betrachten oder unbeabsichtigtes Berühren mit anschließendem Händewaschen ist unproblematisch. Man sollte den Kot nicht anfassen, Fallobst vom Boden nicht ungewaschen essen und nach Geländeaufenthalten die Hände waschen.
Beobachtungen
Kleine Fledermaus tot auf Holzsteg – Bestimmung & Fund
Vespertilionidae
Marder-Losung mit Beeren im Bergwald am Col de Marcieux
Martes martes
Raubtierkot voller Kirschkerne – Fuchslosung im Hochsommer
Vulpes vulpes
Rotfuchs im Morgengras – Ruhepause im Frühlingslicht
Vulpes vulpes
Wildtier-Losung mit Kirschkernen am Feldweg bei Göttingen
Vulpes vulpes
Yunnan-Stumpfnasenaffen im Bergnadelwald Nordwest-Yunnans
Rhinopithecus bieti
Marderlosung voller Kirschkerne – Sommerkot im Detail
Martes foina
Marderlosung am Wegrand: Kot voller Obstkerne bestimmen
Martes foina
Eichhörnchen im Bratental – Wildlife am frühen Morgen
Sciurus vulgaris

