Pflanzen & Pilze
13 Beobachtungen
Häufige Fragen
→Welcher Pilz wächst in großen Fächern am Fuß von Laubbäumen?
Das ist meist der Riesenporling (Meripilus giganteus). Er bildet mächtige, rosettenartige Büschel aus vielen fächerförmigen Hüten am Stammfuß und über den Wurzeln von Laubbäumen, vor allem Buche und Eiche. Die Unterseite trägt feine Poren statt Lamellen.
→Ist der Riesenporling giftig oder essbar?
Der Riesenporling ist nicht giftig und jung sowie durchgegart essbar, gilt aber als minderwertig, weil er schnell zäh und faserig wird. Roh oder im Alter kann er Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Charakteristisch ist, dass das Fleisch bei Druck oder Verletzung nachdunkelt (schwärzt).
→Schadet der Riesenporling dem Baum?
Ja, indirekt. Meripilus giganteus ist ein Schwäche- und Wurzelparasit, der die Wurzeln und den Stammfuß von Laubbäumen abbaut. Befallene Bäume verlieren an Standsicherheit und können bei Sturm umkippen, weshalb der Pilz in Parks als Warnzeichen gilt.
→Wann erscheint der Riesenporling?
Die Fruchtkörper zeigen sich vom Spätsommer bis in den Herbst, meist von Juli bis Oktober. Ein kräftiges Auftreten Anfang August wie hier ist typisch, wenn der beschattete Stammfuß trotz Sommerhitze feucht genug bleibt.
→Wie unterscheidet man Riesenporling und Klapperschwamm?
Beide wachsen büschelig am Stammfuß. Der Riesenporling (Meripilus giganteus) hat größere, derbe, ocker-braune Fächer, die auf Druck schwärzen. Der Klapperschwamm bzw. Maitake (Grifola frondosa) bildet zahlreichere, kleinere, grau-braune Hütchen und schwärzt nicht in dieser Weise.
→Welche Pilze wachsen büschelig auf moosigen Baumstümpfen?
Auf morschem, moosbewachsenem Totholz wachsen häufig büschelige Holzpilze wie das Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis), der Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare) oder der tödlich giftige Gifthäubling (Galerina marginata). Sie zersetzen das Holz und erscheinen oft in dichten Gruppen an derselben Stelle. Ohne mikroskopische oder chemische Prüfung ist eine sichere Trennung dieser Arten kaum möglich.
→Woran erkennt man Stockschwämmchen?
Stockschwämmchen haben honig- bis zimtbraune, im Zentrum hellere Hüte, einen Ring am Stiel und unterhalb des Rings eine schuppig-braune Stielzone. Sie wachsen büschelig auf Laubholz-Stümpfen. Wegen des tödlich ähnlichen Gifthäublings ist die Art nur für erfahrene Kenner sicher zu bestimmen.
→Warum sind kleine braune Pilze auf Holz gefährlich zu sammeln?
Weil mehrere kleine, braune Holzpilze fast identisch aussehen – darunter der tödlich giftige Gifthäubling, der das amanitinhaltige Gift ähnlich dem Grünen Knollenblätterpilz enthält. Schon eine kleine Menge kann lebensbedrohlich sein. Deshalb sollten diese Pilze niemals ohne fundierte Fachkenntnis verzehrt werden.
→Welche Rolle spielt Totholz für Pilze im Wald?
Totholz ist ein Schlüssellebensraum: Holzabbauende Pilze zersetzen das Lignin und die Zellulose morscher Stümpfe und geben Nährstoffe an den Waldboden zurück. Gleichzeitig bietet das feuchte, moosbedeckte Holz Lebensraum für Insekten, Amphibien und weitere Pilze.
→Welcher Pilz ist die cremefarbene Koralle im Wald?
Es handelt sich um einen Korallenpilz der Gattung Ramaria. Kennzeichnend sind der buschig verzweigte, korallenartige Fruchtkörper mit blass creme- bis ockergelben, oft heller gespitzten Ästen und ein fleischiger, weißlicher Basisstrunk. Eine sichere Bestimmung auf Artebene erfordert Mikroskopie und Sporenmerkmale.
→Sind Korallenpilze essbar?
Viele Ramaria-Arten sind roh oder unzureichend bestimmt magen-darm-giftig und wirken abführend, einige gelten als giftig. Da sich Arten im Feld kaum sicher trennen lassen, sollten Korallenpilze grundsätzlich nicht ohne fachkundige Bestimmung gesammelt oder gegessen werden.
→Wo wachsen Korallenpilze wie Ramaria?
Bodenbewohnende Ramaria-Arten wachsen von Sommer bis Herbst in feuchten Laub- und Nadelwäldern, häufig im Buchenwald auf humoser Streu. Sie bevorzugen schattige, bodenfeuchte Stellen und erscheinen besonders nach Regenperioden mit hoher Luftfeuchte.
Beobachtungen
Riesenporling am Baumstumpf bei Nikolausberg
Meripilus giganteus
Büschelpilze auf moosigem Totholz im Sommerwald
Hypholoma fasciculatum
Cremefarbene Koralle (Ramaria) im Harzer Buchenwald
Ramaria spec.
Buchengallen: Mikiola fagi an Rotbuche im Sommerwald
Fagus sylvatica
Rötliche Kohlenbeere: Buchen-Pilzkugeln auf Totholz
Hypoxylon fragiforme
Sommerflieder (Buddleja): Lila Blütenrispen im Sommergarten
Buddleja davidii
Rosmarin-Strauch im Beet: Kräuterhecke am Hausrand
Salvia rosmarinus
Gewöhnlicher Odermennig am Wegrand im Harzvorland
Agrimonia eupatoria
Geißraute bei Nikolausberg: Lila Blütenmeer am Feldweg
Galega officinalis
Ackerwinde mit Honigbiene am Feldrand im Sommer
Convolvulus arvensis
Brandkraut (Phlomis) – Blütenquirle vor der Blüte im Mai
Phlomis sp.
Stattliches Knabenkraut: Orchideenwiese im Frühling
Orchis mascula
Grünblättriger Schwefelkopf am Totholz – Rhumequelle
Hypholoma fasciculare

