Pflanzen & Pilze
17 Beobachtungen
Häufige Fragen
→Ist ein weißer, kugeliger Wiesenpilz ein Bovist oder etwas Gefährliches?
Große, weiße Kugelpilze auf Wiesen sind meist Boviste oder Stäublinge (Familie Lycoperdaceae). Entscheidend ist der Längsschnitt: Bei einem echten Bauchpilz ist das Innere reinweiß und völlig homogen. Zeigt der Schnitt hingegen eine angelegte Pilzform mit Hut und Lamellen, kann es das tödlich giftige 'Ei' eines jungen Knollenblätterpilzes sein.
→Wann und wo findet man große Boviste?
Boviste und Stäublinge erscheinen vor allem im Spätsommer und Herbst (August bis Oktober) nach Regen auf nährstoffreichen, kurzrasigen Wiesen, Weiden und an Gehölzrändern. Sie leben saprob von abgestorbenem organischem Material im Boden.
→Woran erkennt man, dass ein Bovist noch essbar ist?
Nur junge Exemplare mit durchgehend reinweißem, festem Fleisch gelten als essbar. Sobald das Innere gelblich, grünlich oder pulvrig-braun wird, ist der Pilz reif und die Sporen entwickeln sich – dann ist er nicht mehr zum Verzehr geeignet. Eine sichere Bestimmung durch Kundige bleibt Pflicht.
→Warum stäubt ein reifer Bovist?
Bauchpilze bilden ihre Sporen im Inneren des Fruchtkörpers (Gleba). Bei Reife zerfällt das Fleisch zu einem braunen Sporenpulver, das durch Regentropfen oder Druck als 'Rauch' aus einer Öffnung oder der aufreißenden Hülle entweicht und vom Wind verbreitet wird.
→Welcher Pilz hat einen orangeroten Hut und einen weißen Stiel im Bergwald?
Ein leuchtend orange- bis scharlachroter Hut mit weißem, festem Stiel im moosigen Bergwald spricht sehr wahrscheinlich für den Fliegenpilz (Amanita muscaria). Junge Exemplare können die typischen weißen Hüllflocken noch weitgehend geschlossen tragen oder durch Regen verloren haben, wodurch der Hut fast glatt wirkt. Der Fliegenpilz ist giftig und darf nicht verzehrt werden.
→Ist der Fliegenpilz giftig?
Ja. Der Fliegenpilz enthält vor allem Ibotensäure und Muscimol, die auf das zentrale Nervensystem wirken. Der Verzehr kann Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Krämpfe und rauschartige Zustände auslösen. Er ist zwar selten tödlich, gilt aber klar als Giftpilz und sollte niemals gegessen werden.
→Wann und wo wächst der Fliegenpilz?
Der Fliegenpilz erscheint meist von Juli/August bis Oktober und bildet eine Mykorrhiza-Symbiose vor allem mit Birken, Fichten und Kiefern auf eher sauren Böden. Er ist von der Ebene bis in die Gebirgslagen häufig, etwa in lichten Nadel- und Mischwäldern der Alpen wie hier in den Schladminger Tauern.
→Kann man den Fliegenpilz mit essbaren Pilzen verwechseln?
Der leuchtend rote Fliegenpilz kann mit dem essbaren Kaiserling (Amanita caesarea) verwechselt werden, der jedoch goldgelbe Lamellen, einen gelben Stiel und eine große weiße Scheide am Grund besitzt. Weil beide zur giftigen Wulstlingsgattung gehören und tödliche Verwandte haben, sollten rote bis orange Wulstlinge grundsätzlich nicht gesammelt werden.
→Woran erkennt man einen jungen Fliegenpilz?
Ein junger Fliegenpilz hat eine halbkugelig gewölbte, kräftig orangerote bis scharlachrote Kappe, auf der noch weiße Reste der Gesamthülle (Velum) als Flöckchen oder als weißer Kragen kleben. Der Stiel ist weiß, hat einen Ring und eine knollig-warzige Basis mit Hüllresten.
→Wo wächst der Fliegenpilz in den Alpen?
Der Fliegenpilz lebt in Mykorrhiza-Symbiose mit Bäumen wie Fichte und Birke und bevorzugt saure, nährstoffarme Böden. In den Alpen findet man ihn häufig an moosigen Waldrändern, in lichten Nadel- und Mischwäldern von der montanen bis subalpinen Stufe, oft in der Nähe von Totholz und Fichten.
→Kann man den Fliegenpilz mit dem essbaren Kaiserling verwechseln?
Der leuchtend orangerote Kaiserling (Amanita caesarea) ähnelt jungen Fliegenpilzen, hat aber gelbe Lamellen, gelben Stiel und Ring sowie eine glatte Kappe ohne weiße Flocken und wächst in wärmeren Eichenwäldern. In den Tauern ist der Kaiserling kaum zu erwarten – dort dominiert der giftige Fliegenpilz.
→Welcher Pilz hat einen orangeroten Hut mit weißen Flocken im Bergwald?
Ein orangeroter bis roter Hut mit aufsitzenden weißen Velumflocken und weißem Stiel deutet stark auf den Fliegenpilz (Amanita muscaria) hin. Er wächst in Symbiose mit Nadel- und Birkenwäldern und ist in montanen Lagen wie den Schladminger Tauern häufig. Der Pilz ist giftig und nicht essbar.
Beobachtungen
Großer Bovist auf der Wiese – Bauchpilz in der Hand
Lycoperdaceae
Fliegenpilz im Moos – Pilzfund in den Schladminger Tauern
Amanita muscaria
Fliegenpilz am Totholz in den Schladminger Tauern
Amanita muscaria
Fliegenpilz im Bergwald der Schladminger Tauern
Amanita muscaria
Riesenporling am Baumstumpf bei Nikolausberg
Meripilus giganteus
Büschelpilze auf moosigem Totholz im Sommerwald
Hypholoma fasciculatum
Cremefarbene Koralle (Ramaria) im Harzer Buchenwald
Ramaria spec.
Buchengallen: Mikiola fagi an Rotbuche im Sommerwald
Fagus sylvatica
Rötliche Kohlenbeere: Buchen-Pilzkugeln auf Totholz
Hypoxylon fragiforme
Sommerflieder (Buddleja): Lila Blütenrispen im Sommergarten
Buddleja davidii
Rosmarin-Strauch im Beet: Kräuterhecke am Hausrand
Salvia rosmarinus
Gewöhnlicher Odermennig am Wegrand im Harzvorland
Agrimonia eupatoria
Geißraute bei Nikolausberg: Lila Blütenmeer am Feldweg
Galega officinalis
Ackerwinde mit Honigbiene am Feldrand im Sommer
Convolvulus arvensis
Brandkraut (Phlomis) – Blütenquirle vor der Blüte im Mai
Phlomis sp.
Stattliches Knabenkraut: Orchideenwiese im Frühling
Orchis mascula
Grünblättriger Schwefelkopf am Totholz – Rhumequelle
Hypholoma fasciculare

