Rötliche Kohlenbeere: Buchen-Pilzkugeln auf Totholz
Rötlich-braune, warzige Pilzkügelchen (Rötliche Kohlenbeere) dicht gehäuft auf entrindetem Buchenstamm im Wald.

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Was du hier entdecken kannst
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Detail-Lupe

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- 1
Stroma (Fruchtkörperkugel)
Jede kleine Kugel ist wie ein winziges Sporen-Schatzkästchen aus Pilz – schau, wie viele dicht beieinander sitzen!
Fachlich: Das halbkugelige Stroma ist das kompakte Pilzgewebe, in dem die sporenbildenden Kammern eingebettet sind.
- 2
Warzige Oberfläche (Ostiolen-Papillen)
Die vielen kleinen Höcker sind winzige Türchen, durch die der Pilz seine Sporen in die Luft schickt.
Fachlich: Die feinen Warzen sind die Mündungen der Perithecien, durch die die reifen Sporen ins Freie entlassen werden.
- 3
Perithecien-Schicht (Innenkammern)
Innen drin verstecken sich kleine Kämmerchen, in denen die Sporen wachsen, bevor sie hinausfliegen.
Fachlich: Unter der Rinde des Stromas liegen die krugförmigen Perithecien, in denen die Schläuche mit den Sporen heranreifen.
- 4
Rotbraunes Pigment der Kruste
Die rostrote Farbe ist wie der Fingerabdruck dieses Pilzes – daran erkennt man ihn besonders gut.
Fachlich: Der rotbraune Farbstoff der äußeren Stromaschicht ist artcharakteristisch und lässt sich sogar in Kalilauge herauslösen.
Story & Hintergrund
Auf einem morschen Buchenstamm im schattigen Wald bei der Plesse sitzen Hunderte winziger, rotbrauner Kugeln – als hätte jemand dem toten Holz eine warzige Haut übergezogen.
Die Warzenhaut des alten Baums
Im Park zu Hause lag nie so ein Stamm herum – dort sind die Wege gefegt und die Bäume stehen ordentlich in Reih und Glied. Hier im Wald bei der Plesse aber liegt einer einfach quer, halb entrindet, das Holz feucht und kühl, und das Laub ringsum riecht nach Erde und Regen statt nach Asphalt und Stadt.
Und dann diese Punkte: Hunderte kleiner, rotbrauner Kügelchen, dicht an dicht, wie eine warzige Haut über dem toten Holz. Aus der Nähe sehen sie aus wie winzige Beeren oder wie Schokostreusel, die jemand über den Stamm gestreut hat. Es sind die Fruchtkörper der Rötlichen Kohlenbeere, ein Pilz, der nur totes Buchenholz mag und es langsam wieder zu Erde macht.
Es ist ganz still, nur ein leiser Wind streicht durch die Buchenkronen, und irgendwie fühlt sich dieser umgefallene Baum gar nicht tot an – er ist voller Leben, nur eben anders, als man es aus der Stadt kennt.
Arten, Lebensraum, Schutz & Fundort
Besonderheit
Steckbrief
Hypoxylon fragiforme
Warum diese Bestimmung?
Warum Rötliche Kohlenbeere?
Sichtbare Merkmale, die die Bestimmung tragen — nachvollziehbar statt Blackbox.
- 1Halbkugelige, warzig-rauhe Stromata — Die dicht gedrängten, 3-8 mm großen, an der Oberfläche feinwarzigen Kügelchen sind das typische Erscheinungsbild von Hypoxylon fragiforme.
- 2Ziegel- bis rotbraune Färbung — Die charakteristische rotbraune bis zimtbraune Tönung der reifen Stromata gab der Rötlichen Kohlenbeere ihren Namen und trennt sie von schwarzen Verwandten.
- 3Wuchs auf entrindetem Buchen-Totholz — Hypoxylon fragiforme ist ein nahezu obligater Buchenbewohner und besiedelt bevorzugt liegende, absterbende Buchenstämme wie hier gezeigt.
- 4Dicht gehäuftes, herdenweises Auftreten — Das flächige, rasenartige Zusammenstehen vieler einzelner Stromata ist für die Art auf frisch befallenem Holz typisch.
Abgrenzung: Von der ähnlichen Hypoxylon fuscum unterscheidet sie die lebhaft rotbraune (nicht dunkel purpurbraune) Farbe und die enge Bindung an die Rotbuche.
Verwechslungsarten
Verwechslungsarten
Woran du ähnliche Arten unterscheidest — Merkmalsvergleich, keine Verzehrempfehlung.
- Braune KohlenbeereHypoxylon fuscumungenießbar
Dunkler purpur- bis rostbraun gefärbt und meist auf Hasel oder Erle statt auf Buche.
- Rotbraune KohlenkrusteAnnulohypoxylon multiformeungenießbar
Bildet ausgedehntere, zusammenfließende Krusten mit dunklerer, fast schwarzer Reife statt einzelner rotbrauner Halbkugeln.
- Vielgestaltige KohlenbeereHypoxylon howeanumungenießbar
Kleinere, eher orangebraune Stromata, häufig auf Eiche und anderen Laubhölzern.
Ökologische Beziehungen
Ökologisches Netz
Womit Rötliche Kohlenbeere im Lebensraum zusammenhängt.
- Rotbuche (Fagus sylvatica)Wirtsbaum – lebt saprobiontisch/schwach parasitisch auf absterbendem und totem Buchenholz
- Totholz / Weißfäule-ProzessZersetzer – baut Holzsubstanz ab und beteiligt sich am Nährstoffkreislauf
- Grünalgen-/CyanobakterienbelagKonkurrent um dieselbe feuchte Holzoberfläche
- Holzbewohnende Insekten (u. a. Käferlarven)Mitbesiedler – nutzen dasselbe morsche Substrat, sichtbare Fraßgänge
- Pilzfressende Springschwänze und MilbenKonsumenten – weiden Sporen und Pilzgewebe ab
In der Szene
Pflanzenwelt
- Rötliche Kohlenbeere
- Buchen-Sämling
- Algen-/Grünbelag auf Rinde
Habitat & Struktur
- Liegender Buchenstamm (Totholz)
- Buchenlaub-Streu am Boden
Aufnahmebedingungen
Überwiegend klar
24. Juli 2026 um 14:40 Uhr · Hochsommer (Juli)
- Temperatur
- 20 °C
- Bewölkung
- 15 %
- Luftfeuchte
- 50 %
- Wind
- 9 km/h WNW
Phänologie:Die dunkelbraun bis fast schwarz ausgereiften Stromata sind bereits älter – die Rötliche Kohlenbeere ist ein mehrjährig sichtbarer Totholzpilz und ganzjährig auffindbar. Junge Exemplare wären ziegel- bis zimtrot; die hier überwiegend dunkle Färbung passt zu reifen Fruchtkörpern im Hochsommer.
Historische Wetterdaten · Open-Meteo (Forecast-Archiv)
Beobachtung
Habitat & Szene
Sommerlicher Laubwald (Buchenhang) im Bereich der Plesse nordöstlich von Göttingen. Auf einem liegenden, teils entrindeten Buchenstamm sitzen dicht gehäuft die halbkugeligen, warzigen Stromata der Rötlichen Kohlenbeere. Der grünlich-graue Algenbelag auf dem feuchten Holz und die dicke Laubstreu ringsum zeigen ein schattig-feuchtes Totholz-Mikrohabitat.
Licht & Stimmung
Frühnachmittägliches Sommerlicht am 24. Juli, überwiegend klar bei rund 20 °C und schwachem Wind. Das Blätterdach filtert das Licht zu weichen, gesprenkelten Flecken auf Stamm und Laub – ruhige, kühl-schattige Waldstimmung mit einzelnen hellen Sonnentupfern.
Komposition
Die erste Aufnahme zeigt den ganzen Stammabschnitt diagonal im Bild, gerahmt von heller Schnittfläche links und Laubstreu; die zweite Aufnahme geht formatfüllend in die Struktur der Pilzkolonie. Die kurze Brennweite (6,9 mm) und die weit offene Blende (f/1,7) des Smartphones erzeugen eine leichte Freistellung bei nah gutem Detailkontrast.
Fundort
Notiz des Beobachters
Wir haben diesen Baumstamm gefunden und gefragt, was diese kleinen Punkte darauf wohl sein könnten.
Im Buchenwald rund um die Plesse nahe Göttingen fiel ein liegender, morscher Baumstamm auf, der über und über mit winzigen rotbraunen Kügelchen bedeckt war. Die Beobachtenden rätselten, was diese warzigen Punkte wohl sein könnten – tatsächlich handelt es sich um die Rötliche Kohlenbeere, einen häufigen Totholzpilz der Buche.
Für Kinder erklärt, Sicherheit & Touren
Hallo! Ich bin die Rötliche Kohlenbeere und wachse als winziger Pilz auf altem Holz. Ich sehe aus wie viele kleine, rotbraune Kügelchen, die eng zusammensitzen. Man könnte meinen, jemand hätte kleine Beeren auf den Baumstamm gestreut!
Schon gewusst? Wenn man eine meiner Kugeln durchschneidet, ist sie innen tiefschwarz wie Kohle – deshalb heiße ich Kohlenbeere!
Merkmal-Quiz
Welches Körperteil wird beschrieben?
„Jede kleine Kugel ist wie ein winziges Sporen-Schatzkästchen aus Pilz – schau, wie viele dicht beieinander sitzen!“
Eine harmlose, faszinierende Totholzszene. Die einzige echte Aufmerksamkeit gilt Zecken im feuchten Laubwald – der Pilz selbst ist ungefährlich.
Für diesen Ausflug mitdenken:
- Zecken im Totholz- und LaubhabitatmittelStich / Biss
Schattig-feuchte Laubwälder mit Totholz und Bodenstreu sind typische Zecken-Lebensräume. Beim Wühlen am Stamm oder im Laub kann es zu Kontakt kommen.
Tipp: Nach dem Waldbesuch Beine, Kniekehlen und Haaransatz absuchen; lange Kleidung hilft. Der Pilz selbst ist beim Anfassen ungefährlich.
- Rötliche Kohlenbeere (kein Speisepilz)geringPilz
Der harte, holzige Pilz ist ungenießbar, aber nicht giftig und nicht relevant als Verwechslungsgefahr. Berühren ist unbedenklich.
Tipp: Anschauen und bestaunen ist völlig okay – wie bei allen Pilzen gilt: nichts in den Mund nehmen.
Hinweis: KI-Einschätzung anhand des Fotos — keine Garantie und kein Ersatz für Aufsicht. Im Zweifel nichts berühren oder essen. Im Notfall: Giftnotruf bzw. 112.
Touren in der Nähe
Basierend auf den GPS-Koordinaten dieses Fotos (51.6014, 9.9735) — Wandertouren im Umkreis entdecken:
Coaching, Kamera-Setup & Ausrüstung
Foto-Playbook
So gelingt die Aufnahme von Rötliche Kohlenbeere — Ansatz, Einstellungen, Ausrüstung und Feldethik.
Ansatz
Suche schattig-feuchte Buchenhänge nach liegenden, teils entrindeten Stämmen ab – die Rötliche Kohlenbeere sitzt ganzjährig ortsfest, am fotogensten sind frische, kräftig rotbraune Stromata im feuchten Zustand. Nutze diffuses Licht an bedecktem Tag, um harte Schatten in der warzigen Struktur zu vermeiden.
Kamera-Ausgangspunkt
Makro bei f/11-f/16 für Schärfentiefe über die kugelige Wölbung, ISO 200-400, 1/60-1/125 s vom Stativ; alternativ Focus-Stacking aus mehreren Ebenen, um Vorder- bis Hinterkante der Stromata durchgehend scharf zu bekommen.
Entscheidendes Gear
Ein echtes Makroobjektiv (90-105 mm) mit Stativ und ggf. Winkelsucher, weil das Motiv oft bodennah auf liegendem Holz sitzt.
Feldethik
Das Totholz nicht bewegen oder aufbrechen – es ist Lebensraum zahlreicher Organismen; fotografiere die Stromata am Fundort, ohne sie abzukratzen. 6.9mm bedeutet geringen Arbeitsabstand — langsam bewegen, Insekten/Amphibien nicht mit Schatten oder Berührung stören.
Foto-Coaching
Kreativ- & Technik-Match
7/10
Eine richtig gute Doku-Serie: der Weitwinkel liefert den Kontext, der Close-up das Bestimmungsdetail – so mögen es Pilzfreundinnen und -freunde.
Technik
7/10
Bei ISO 21 und 1/178 s sind die Stromata schön scharf und rauschfrei – die offene Blende f/1,7 lässt die Ränder nur leicht weich werden.
Licht
6/10
Das gesprenkelte Blätterdachlicht bringt Stimmung, sorgt aber für harte Hell-Dunkel-Flecken auf dem Stamm.
Für weicheres Licht am selben Motiv: goldene Stunde abends 20:32–21:22 Uhr (Sonne im NW) oder früh nach Sonnenaufgang (05:32 Uhr).
Komposition
7/10
Die Kombination aus Übersichts- und Detailaufnahme ist genau die richtige Idee für eine Artbeobachtung.

Raster & Lichter-Messung laufen in deinem Browser — nichts wird hochgeladen.
StärkeZwei-Bild-Ansatz
Ein Weitwinkel des ganzen Stamms plus ein Detail der Kolonie.
Tipp: Genau so weitermachen – Kontext und Nahaufnahme zusammen machen die Bestimmung sicher.
StärkeSchärfe
Niedrige ISO und kurze Zeit ergeben knackscharfe Stromata.
Tipp: Für noch mehr Tiefe mehrere Aufnahmen mit leicht verschobenem Fokus stapeln (Focus Stacking).
PotenzialKontrastlicht
Sonnenflecken erzeugen ausgebrannte helle und abgesoffene dunkle Stellen.
Tipp: An leicht bewölkten Momenten oder mit abschattender Hand/Reflektor für gleichmäßigeres, weiches Licht sorgen.
PotenzialMaßstab
Die Größe der Kügelchen ist schwer einzuschätzen.
Tipp: Eine Münze oder den Finger als Größenreferenz mit ins Bild legen.
Subjektive Einschätzung eines KI-Foto-Coachs — als Anregung gedacht, nicht als Urteil.
Kamera-Setup
Google Pixel 9 Pro, 6,9 mm f/1,7, 1/178 s, ISO 21 – Freihand-Nahaufnahme im gefilterten Waldlicht.
Fototechnik
Die formatfüllende Nahaufnahme rückt die Warzenstruktur der Pilzpolster in den Fokus. Die weit offene Blende f/1,7 des Smartphones erzeugt bei geringem Abstand eine leichte Schärfeebene, sodass Randbereiche sanft abfallen.
Passende Ausrüstung
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Für die feine Warzenstruktur der Stromata holt eine Clip-on-Makrolinse deutlich mehr Detail als die Standard-Handykamera.
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Im schattig-feuchten Totholzhabitat hilft seitliches Zusatzlicht, die dreidimensionale Struktur der Pilzpolster plastisch zu zeigen.
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Häufige Fragen
→Was sind die kleinen braunen Kügelchen auf dem Buchenstamm?
Es handelt sich um die Rötliche Kohlenbeere (Hypoxylon fragiforme), einen Schlauchpilz (Pyrenomycet). Die halbkugeligen, warzigen Gebilde sind sogenannte Stromata – harte Fruchtkörper-Polster, in denen die winzigen sporenbildenden Kammern sitzen. Jung sind sie ziegel- bis zimtrot, im Alter braun bis schwarz.
→Auf welchem Holz wächst die Rötliche Kohlenbeere?
Fast ausschließlich auf totem Buchenholz (Fagus sylvatica), gelegentlich an anderen Laubhölzern. Sie besiedelt entrindete, liegende Stämme und Äste und gehört zu den häufigsten Totholzpilzen in mitteleuropäischen Buchenwäldern.
→Ist die Rötliche Kohlenbeere giftig oder essbar?
Weder noch im praktischen Sinn: Der Pilz ist hart, holzig und ungenießbar, aber nicht giftig. Er ist ökologisch wertvoll als Holzzersetzer und beim Anfassen völlig ungefährlich.
→Wann und wo kann man Hypoxylon fragiforme finden?
Ganzjährig, da die Stromata mehrere Jahre am Holz bleiben. Man findet sie in schattig-feuchten Buchenwäldern an liegendem Totholz – etwa im Buchenhang rund um die Plesse nordöstlich von Göttingen, wo diese Beobachtung entstand.
Automatische KI-Bestimmung — Bestätigungen aus der Community fehlen noch.
Wie kommt diese Stufe zustande?
- Datum angegeben
- Standort festgelegt
- Mit Bild
- Bestimmung mindestens mittel sicher
- Wildes Vorkommen (kein Produkt/Porträt)
- Von der Community bestätigt (≥ 2)
- Bestimmung unbestritten
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