Naturbeobachter
Landschaft & HabitatlandschaftHochsommer (Juli)

Gullfoss: Islands tosender Wasserfall im Sommerlicht

Mann in blauer Jacke vor dem zweistufigen Gullfoss-Wasserfall in Island, blauer Sommerhimmel mit Wolken.

27. Juni 2026Vorsicht
Mann in blauer Jacke vor dem zweistufigen Gullfoss-Wasserfall in Island, blauer Sommerhimmel mit Wolken. — Foto 1

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Du stehst nur wenige Schritte vom Donnern der Wassermassen entfernt – und spürst, wie der ganze Fels unter dir vibriert.
Hintergrundgeschichte Naturkundig

Am Rand des Goldenen Wasserfalls

Habitat-DetailÖkologieSaison-PhänomenFeldnotizFaszination

Wo der Hvítá sein gletschertrübes Wasser durch das südisländische Hochland schiebt, bricht der Boden plötzlich weg: In zwei versetzten Stufen stürzt der Gullfoss rund 32 Meter tief in eine Schlucht aus Säulenbasalt. Der Lärm ist allgegenwärtig, und ein feiner Sprühnebel legt sich auf Fels, Moos und Jacke gleichermaßen – genau dieser Dauerfeuchtigkeit verdankt der Canyonrand seine erstaunlich satte, fast leuchtende Vegetation.

Ende Juli steht das isländische Land in seiner kurzen, heftigen Hochsommerblüte. Gelbe Wiesenkräuter säumen die Abbruchkante, während der Fluss durch die Schneeschmelze der Gletscher seine größte Wassermenge führt. Die kleinen Menschenfiguren am gegenüberliegenden Rand machen schlagartig klar, in welcher Dimension sich diese Kräfte hier abspielen.

Der Standort hinter dem schmalen Drahtseil ist nah genug, um die Vibration im Gestein zu fühlen – und Mahnung zugleich: Reißendes Gletscherwasser und glatte, gischtnasse Basaltplatten verzeihen keine Unachtsamkeit. Wer Abstand hält, wird mit einem der eindrucksvollsten Naturschauspiele des Golden Circle belohnt.

Abenteuer-VorbereitungGut ausrüsten
Ausrüstungs-Check7 / 100
Gut ausrüstenEntspannt

Spektakuläre, aber anspruchsvolle Umgebung: Die Hauptgefahren sind die Absturzkante, das reißende Gletscherwasser und glitschige Felsen. Mit konsequentem Abstand zu Kante und Wasser und festem Schuhwerk ist ein Besuch mit Kindern gut machbar.

Für diesen Ausflug mitdenken:

  • Absturzkante an der WasserfallschluchtachtungUmgebung

    Direkt hinter dem niedrigen Drahtseil-Geländer fällt das Gelände steil in die tosende Schlucht ab. Ein Sturz wäre lebensbedrohlich.

    Tipp: Kinder stets an der Hand halten und deutlich hinter Absperrungen bleiben; das einzelne Seil bietet nur eine optische Markierung, keinen echten Schutz.

  • Strömendes Wildwasser / GletscherflussachtungUmgebung

    Der Hvítá ist ein eiskalter, reißender Gletscherfluss mit enormer Strömung – ein Sturz ins Wasser ist nicht überlebbar.

    Tipp: Nicht über die Absperrung klettern und Abstand zur Wasserlinie halten, besonders auf glitschigen Felsen.

  • Nasse, rutschige BasaltfelsenmittelUmgebung

    Die durch Sprühnebel ständig feuchten Basaltplatten sind glatt; Stolper- und Rutschgefahr durch Kanten und Spalten.

    Tipp: Festes Schuhwerk tragen, langsam gehen und Kinder auf den befestigten Wegen führen.

Hinweis: KI-Einschätzung anhand des Fotos — keine Garantie und kein Ersatz für Aufsicht. Im Zweifel nichts berühren oder essen. Im Notfall: Giftnotruf bzw. 112.

In der Szene

Pflanzenwelt

  • Gelbe Wiesenblumen (vermutl. Hahnenfuß/Sumpfdotterblume)

Relief & Geologie

  • Basaltschlucht / Felswand

Gewässer

  • Gullfoss-Wasserfall
  • Hvítá (Gletscherfluss)
  • Stromschnellen oberhalb der Fallstufe

Habitat & Struktur

  • Basaltblöcke im Vordergrund
  • Grüne Tundra-/Grasvegetation am Canyonrand

Atmosphäre

  • Gischtnebel / Sprühnebel über der Schlucht
  • Quellwolken über dem Hochland

Was du hier entdecken kannst

  1. 1

    Feuchte Basaltfelsen mit Moospolstern im Sprühnebel

    Wahrscheinlich: Moose & Flechten ~80%, Bachstelze ~20%

    Die dauerfeuchten, gischtbenetzten Felsen am Schluchtrand sind ein typisches Mikrohabitat für Moos- und Flechtenfluren; Bachstelzen jagen hier gern Insekten.

    Tipp: Mit Makro- oder Normalbrennweite die Moosdetails im Streiflicht festhalten, Frontlinse trocken halten.

    Feuchte Basaltfelsen mit Moospolstern im Sprühnebel
  2. 2

    Wiesenblumen-Säume am Canyonrand

    Wahrscheinlich: Hahnenfuß/Wiesenkräuter ~85%, Wiesenpieper ~25%

    Die blühenden gelben Kräuter im Vordergrund der Übersicht zeigen die kurze Hochsommerblüte; solche Säume ziehen Insekten und bodenbrütende Singvögel an.

    Tipp: Tief ansetzen und Blüten als Vordergrund vor den Wasserfall setzen – Weitwinkel mit kleiner Blende für Tiefenschärfe.

    Wiesenblumen-Säume am Canyonrand
  3. 3

    Tosende Hauptfallstufe / Gischtzone

    Wahrscheinlich: keine Tiere – Sprühnebel & Regenbogen ~60% bei Sonne

    Über der unteren Fallstufe steht permanent Sprühnebel; bei tieferem Sonnenstand bilden sich häufig Regenbögen.

    Tipp: Gegen Mittag auf Regenbogen achten; kurze Belichtung (1/800 s) friert die Gischtstruktur, lange ND-Belichtung glättet sie.

    Tosende Hauptfallstufe / Gischtzone
  4. 4

    Grasige Hangkante mit Aussichtspunkt

    Wahrscheinlich: Schaf/Weidetier ~15%, Singvögel ~30%

    Die grünen Oberhänge sind Tundra-Weideflächen; im Sommer halten sich dort Singvögel und gelegentlich freilaufende Schafe auf.

    Tipp: Personen am Rand als Größenmaßstab nutzen – Telebrennweite isoliert Figuren vor der Gischt.

    Grasige Hangkante mit Aussichtspunkt

Aufnahmebedingungen

Aufnahmebedingungen

23. Juli 2020 um 14:28 Uhr · Hochsommer (Juli)

Phänologie:Die satte grüne Vegetation und blühende gelbe Wiesenkräuter am Schluchtrand passen exakt zum kurzen, intensiven isländischen Hochsommer Ende Juli. Der Gletscherfluss führt jahreszeittypisch viel Schmelzwasser, was die enorme Wassermenge erklärt.

Beobachtung

Habitat & Szene

Subarktische Hochland-Flusslandschaft am Golden Circle: Der Gletscherfluss Hvítá stürzt in zwei versetzten Stufen (insgesamt rund 32 m) in eine tiefe, von Säulenbasalt geprägte Schlucht. Die Hänge sind von dichter, niedriger Tundra- und Grasvegetation bedeckt, durchsetzt mit Sommerblühern. Dauerhafter Sprühnebel hält die Ränder feucht und nährt Moos- und Krautfluren.

Licht & Stimmung

Heller Sommertag um die Mittagszeit (EXIF 14:28, 23. Juli). Kräftiges, leicht hartes Tageslicht aus halbhohem Winkel, tiefblauer Himmel mit lebhaften Quellwolken. Die Gischt leuchtet brillant weiß, die Tundra satt grün – kontraststarke, frische Stimmung des isländischen Hochsommers.

Komposition

Weitwinkelaufnahmen bei 16 mm an Vollformat fangen die ganze Breite der Schlucht. Im Porträt steht die Person bildmittig als Maßstab vor dem Fall, das vordere Basaltgestein bildet eine kräftige Vordergrundebene. Die Übersichtsaufnahme nutzt den geschwungenen Canyon als diagonale Leitlinie zur zweiten Fallstufe; winzige Menschen am gegenüberliegenden Rand verdeutlichen die Dimension. Blende f/5 und 1/800 s frieren die Gischt scharf ein.

Notiz des Beobachters

Island

Für Fotograf:innen

Kamera-Setup

Sony A7 III mit FE 16-35 mm F4 bei 16 mm, f/5, 1/800 s, ISO 100 – Weitwinkel-Landschaft, die Gischt eingefroren.

Kamera ILCE-7M3Objektiv FE 16-35mm F4 ZA OSSBrennweite 16mmBlende f/5Belichtung 1/800sISO 100

Fototechnik

Gegenlicht

Die kurze Belichtungszeit von 1/800 s bei f/5 friert die aufspritzende Gischt detailreich ein, statt sie weichzuzeichnen. Das Mittagslicht trifft die Szene seitlich-frontal und sorgt für brillante Kontraste zwischen weißer Gischt und blauem Himmel.

Passende Ausrüstung

Weitwinkelzoom

16 mm an Vollformat fassen die gesamte Breite der Schlucht und die Wasserstufen in einem Bild – ideal für die monumentale Szenerie.

Sony FE 16-35mm F4 ZA OSS

Polfilter

Reduziert Reflexe auf nassem Fels und Wasser und verstärkt das Blau des Himmels gegenüber den weißen Wolken.

Polfilter 72mm zirkular

Graufilter (ND)

Ermöglicht längere Belichtungszeiten für seidig fließendes Wasser trotz hellem Mittagslicht.

ND Filter 72mm variabel

Reinigungsset / Mikrofasertuch

Der ständige Sprühnebel am Gullfoss legt rasch einen Wasserfilm aufs Frontglas – häufiges Wischen ist Pflicht.

Objektiv Reinigungsset Mikrofasertuch

Häufige Fragen

  • Welcher Wasserfall ist auf den Bildern zu sehen?

    Es handelt sich um den Gullfoss ('Goldener Wasserfall') im Süden Islands, eine der Hauptattraktionen des Golden Circle. Der Gletscherfluss Hvítá stürzt hier in zwei versetzten Stufen rund 32 Meter tief in eine enge Basaltschlucht.

  • Wann ist die beste Reisezeit für den Gullfoss?

    Im Hochsommer (Juni bis August) führt der gletschergespeiste Hvítá durch die Schneeschmelze besonders viel Wasser, die Tundra ist grün und Wiesenblumen blühen. Diese Aufnahmen entstanden Ende Juli bei klarem Wetter mit kräftigem Tageslicht.

  • Wie tief und breit ist der Gullfoss?

    Der Gullfoss fällt über zwei Stufen von zusammen etwa 32 Metern. Die obere Stufe ist rund 11 Meter, die untere rund 21 Meter hoch; das Wasser verschwindet dann in einer tiefen, von Säulenbasalt gerahmten Schlucht.

  • Welche Ausrüstung eignet sich zum Fotografieren des Gullfoss?

    Ein Weitwinkelobjektiv (hier 16 mm an Vollformat) fängt die Breite der Schlucht und die Wassermassen gut ein. Wegen des ständigen Sprühnebels sind eine wetterfeste Kamera, ein Mikrofasertuch und ggf. ein Polfilter oder Graufilter sinnvoll.

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